Lesefrüchte

August 2022

 

Hier sammeln wir Artikel, die auch über den Tag hinaus interessant sind und zitieren Auszüge. Um die Übersichtlichkeit zu erhalten, verschieben wir ältere Empfehlungen ins „Archiv“.

 


Lesefrüchte im vergangenen Monat  
Freie Stimme: Impfnebenwirkungen und der Umgang mit ihnen. Ein Tabuthema?
Thomas Röper:
Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Kriegspropaganda wie 1914
Thomas Röper:
Warum die Turbine nicht nach Russland geliefert werden kann


 

Freie Stimme: Impfnebenwirkungen und der Umgang mit ihnen. Ein Tabuthema?  (Ausgabe 03/22)

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Wie ist eigentlich der aktuelle Stand der Impfnebenwirkungen in Deutschland? Im Prinzip weiß man es nicht genau, denn es hat keine nennenswerte wissenschaftliche Begleitung der Impfkampagne stattgefunden und das, obwohl es sich um eine neue Technologie handelt, die noch nie als Massenimpfung eingesetzt wurde. Auch der vom Bundestag zur Validierung der Maßnahmen eingesetzte Expertenrat kritisierte das Nichtvorhandensein adäquater Daten sehr scharf. Es gibt jedoch einige Hinweise auf die tatsächlichen Zahlen, wenn man die Daten der Krankenkassenabrechnungen betrachtet.

Der Geschäftsführer der BKK ProVita, Andreas Schöfbeck, hat zusammen mit dem Datenanalysten Tom Lausen die Abrechnungen der BKK- Krankenkassen im Zusammenhang mit den abgerechneten Behandlungen von Impfnebenwirkungen untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass es nach der Hochrechnung seiner Zahlen, gemessen an der Gesamtbevölkerung, mindestens 2,5 bis 3 Mio. behandlungsbedürftige Impfnebenwirkungen gab. Das sind ca. 10-mal so viele Impfnebenwirkungen, als beim Paul-Ehrlich-Institut gemeldet wurden. Der BKK-Geschäftsführer Andreas Schöfbeck wurde für diese Erkenntnis von den Medien und den ärztlichen Verbänden auf breiter Front angegriffen und dann nach 21 Jahren Tätigkeit fristlos entlassen. Monate später wurden jedoch von der kassenärztlichen Vereinigung die von Herrn Schöfbeck erhobenen Zahlen bestätigt. Aus den Recherchen von Herrn Schöfbeck lässt sich auch erkennen, dass bei den Impfnebenwirkungen eine gewaltige Dunkelziffer vorliegt. In einem Interview bei SWR1 führte der bekannte Medizinhistoriker Dr. med. Gerd Reuther aus, dass die erfassten Nebenwirkungen i. d. R. nur ca. 5 % der realen Anzahl ausmachen.

Bei gemeldeten 2.000 Todesfällen können wir also durchaus von 40.000 oder mehr Todesfällen allein in Deutschland im Zusammenhang mit Corona-Impfungen ausgehen. Aus einer Anfrage im Bundestag ging hervor, dass alleine bei der Verwendung von BioNTech/Pfizer-Impfstoffen im Jahr 2021 insgesamt 85 Menschen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren noch am Tag der Impfung verstorben sind und außerdem 3 Kinder zwischen 12 und 17 Jahren innerhalb von 2 Tagen nach der Impfung. In keinem dieser Fälle wurde zur Klärung der Todesursache eine Obduktion durchgeführt. Im letzten Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts vom März 2022 wurde die Anzahl der gemeldeten Nebenwirkungen bei Kindern zwischen 5 und 11 Jahren mit 859 beziffert. Bei einer Meldequote von maximal 5 % kommen wir demnach auf über 17.000 Fälle, in denen Kinder einen Impfschaden davongetragen haben.

Ich halte die Zahlen in Anbetracht der Todes- und Schadensmeldungen, alleine aus meinem persönlichen Umfeld, für keineswegs übertrieben, sogar als eher noch sehr vorsichtig eingeschätzt. Trotz dieser Zahlen, die auch zumindest einigen weiteren Akteuren im Gesundheitswesen bekannt sein dürften, wird über diese Fakten nach wie vor der Mantel des Schweigens geworfen. Allenfalls wird über einzelne Schicksale berichtet, denn die zahllosen Nebenwirkungen lassen sich beim besten Willen nicht mehr leugnen.

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Der derzeitige Umgang mit der Covid-19-Impfung liefert die beste Voraussetzung, den Contergan-Skandal aus den 1960er-Jahren bei Weitem in den Schatten zu stellen. Wenn es um die Übernahme der Verantwortung geht, werden sich irgendwann alle wegducken. Am tiefsten vielleicht diejenigen, die zuvor am lautesten geschrien haben. Am Ende will es keiner gewusst haben und keiner gewesen sein. Man hat ja nur Anweisungen von oben ausgeführt, wie einst die Schützen im Mauerschützenprozess. Die bereits Geschädigten können nur hoffen, dass sie vom Staat für ihre Leiden irgendwann eine Entschädigung erhalten. Doch wie zahllose Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, kann auch diese Hoffnung trügen. Im Moment dauert in Deutschland die Anerkennung eines Impfschadens durchschnittlich ca. 10 Jahre, viel Durchhaltevermögen und viele Gerichtsprozesse.

Vielleicht sorgt aber auch der Umgang der staatlichen Institutionen mit diesen Impfschäden dafür, dass ein neues Bewusstsein für den Umgang des Staates mit seinen Bürgern entsteht, was wiederum zu einem längst notwendigen Paradigmenwechsel führen könnte.

 


 

Thomas Röper: Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Kriegspropaganda wie 1914
Beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ist ein Artikel mit der Überschrift „Kriegsverbrechen mit System – Das Geheimnis der russischen Grausamkeit“ erschienen, der sich der Instrumente der Kriegspropaganda bedient, die wir aus den Geschichtsbüchern über den Ersten Weltkrieg kennen. Damals haben britische Propagandisten verbreitet, dass deutsche Soldaten belgischen Jungen die rechten Hände abschneiden, damit die niemals eine Waffe in die Hand nehmen können. (...)

Heute wissen wir, dass die britische Kriegspropaganda von 1914 frei erfunden war, um die britische Gesellschaft auf den Krieg einzuschwören, der gerade ausgebrochen war. Dazu brauchte es eine emotional aufgehetzte Bevölkerung, in der ein Hass auf alles Deutsche geweckt werden sollte. Mit diesen Geschichten sollte die Bevölkerung die Notwendigkeit erkennen, alle kommenden Opfer und Entbehrungen zu ertragen. Dazu musste Hass geschürt werden.
Das Prinzip ist heute noch das gleiche, wie damals. Und so, wie es damals die angeblich freien, objektiven und kritischen westlichen Medien waren, die sich die Lügen ausgedacht und die Kriegspropaganda verbreitet haben, so ist es auch heute noch. Der Artikel des RND ist dafür ein klassisches Beispiel wie aus dem Lehrbuch, denn er hat nur einen Zweck: Den Feind (die Russen) als seelenlose Monster zu präsentieren, denen keine Barbarei zu grausam ist. 
Das soll Hass beim (deutschen) Publikum erzeugen, damit es die kommenden Entbehrungen wie Energieknappheit, Inflation, kalte Wohnungen im Winter und so weiter erträgt. Und wie damals, so wird dabei auch heute gelogen.

Hier ein paar Beispiele aus dem Artikel, wobei wir die blutigsten Lügen weglassen:

Wer bombardiert zivile Ziele?
In seinem Artikel beschreibt der Autor in leuchtenden Farben und blutigen Einzelheiten einen angeblichen russischen Angriff auf Zivilisten in der Stadt Mykolajew. Ob es diesen Angriff gegeben hat, oder ob er frei erfunden ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht gab es ihn sogar, aber er galt militärischen Zielen, die die ukrainische Armee mit Vorliebe in Wohngebiete und vor Krankenhäuser stellt, damit sie bei russischem Beschuss dieser militärischen Ziele Bilder von getroffenen Zivilisten präsentieren kann.

Dass die ukrainische Armee so vorgeht, ist keine russische Propaganda, das hat auch Amnesty International in diesem Tagen berichtet. Durch ihr Verhalten macht die ukrainische Armee diese zivilen Ziele zu legitimen militärischen Zielen. Aber das verschweigt der Autor des RND seinen Lesern und beruft sich bei seinen blutrünstigen Schilderungen wieder auf Telegram-Videos, ohne Quellen zu nennen.

Wessen „double tap“?

Der Autor des RND-Artikels schreibt zu solchen Angriffen auch:
„Ebenso wie zuvor in Syrien greifen die Russen in der Ukraine zu einer mörderischen Methode namens „double tap“. Dabei wird in einer ersten Angriffswelle etwa ein Einkaufszentrum in Flammen gesetzt. In einem gewissen Abstand folgt dann eine zweite Bombardierung, um auch die „first responders“ zu töten: Sanitäter, Notärzte, Feuerwehrleute, Polizisten, freiwillige Helferinnen und Helfer.“

Auch hier irrt der gute Mann, denn er beschreibt die Taktik, die die ukrainische Armee in Donezk anwendet, wie wir gerade wieder erlebt haben, als dort eine Gedenkveranstaltung und ein von Journalisten bewohntes Hotel beschossen wurde. Nach dem ersten Beschuss folgte mit etwas Verspätung eine zweite Welle, als am Ort der Tragödie die Rettungswagen vorgefahren waren. Dabei wurde ein Sanitäter schwer verletzt.

Es ist auffällig, dass der RND-Artikel fast ausnahmslos Dinge beschreibt und den Russen (ohne irgendwelche Belege) vorwirft, die die Ukraine unbestritten tut. Da die westlichen Medien nicht darüber berichten, hilft es nicht einmal, dass das – wie gerade in Donezk geschehen – vor den Augen und Kameras dutzender Journalisten geschieht, die es filmen und fotografieren können, weil es direkt vor ihrem Hotel geschehen ist.

Wer bombardiert Geburtskliniken?

In seinem Artikel schreibt sich der Autor regelrecht in Rage und begründet alles damit, dass die Russen eben einfach nur grausam und auf Terror aus sind, ja sogar Spaß an all dem haben. Er schreibt unter anderem:
„Den Gedanken an schieren Terror als Kriegsziel zuzulassen, kostet Überwindung, kann aber hilfreich sein. Wer sich auf die Logik des Terrors einlässt, findet plötzlich Erklärungen auch für bislang Unerklärliches, vom widersprüchlichen Hin und Her russischer Truppen auf dem Schlachtfeld bis hin zur Bombardierung einer ukrainischen Geburtsklinik am 9. März 2022.“

Nun ist es so, dass die Geschichte mit der Geburtsklinik am 9. März in Mariupol mehr als fragwürdig ist, wie ich oft berichtet habe, denn selbst die vom Westen als Zeugen genannten Opfer widersprechen der westlichen Version eines russischen Luftangriffes. 

Unbestritten ist hingegen, dass die ukrainische Armee laufend Krankenhäuser und auch Geburtskliniken in Donezk beschießt. So war es Mitte Juni und auch gerade gestern wieder. Das wird von niemandem bestritten, es wird den westlichen Publikum stattdessen einfach verschwiegen. 
(...) 

 


Thomas Röper: Warum die Turbine für Nord Stream nicht nach Russland geliefert werden kann

Deutsche Medien und Politiker beschuldigen Russland, die Turbine für Nord Stream nicht anzunehmen. Sie verschweigen dabei jedoch die wahren Gründe.
Röper liefert nun die Übersetzung der juristischen Erklärung, welche Probleme Gazprom noch hat und erläutert sie anschließend für Laien verständlich. Dieser Teil folgt hier: 

Die Lieferung der Turbine ist also aus juristischen Gründen so nicht möglich, weil hier Lieferwege genutzt wurden, die in den Verträgen nicht vorgesehen sind und weil Firmen ohne vertragliche Grundlage in Prozesse involviert wurden, was Haftungsfragen und andere juristische Probleme aufwerfen kann. 

Das wichtigste Problem sind jedoch die Sanktionen der EU, Großbritanniens und Kanadas, denn wenn Gazprom die Turbine annimmt, ohne eine Garantie zu haben, dass das nicht gegen deren Sanktionen verstößt, machen sich Gazprom-Mitarbeiter wegen der Umgehung von Sanktionen strafbar. Außerdem könnte eine solche Umgehung der Sanktionen zu weiteren Enteignungen von Gazprom-Eigentum führen.

Daher fordert Gazprom von der EU, in der die Turbine nun liegt und nach deren Sanktionen die Lieferung von Maschinen zur Gas- und Ölförderung und zum Transport von Gas und Öl an Russland verboten ist, eine Garantie, dass diese Sanktionen nicht für die Turbine gelten. Von Großbritannien fordert Gazprom ebenfalls eine Garantie dafür, dass die Lieferung der Turbine nicht gegen britische Sanktionen verstößt, weil eine britische Tochterfirma von Siemens für die Wartung der Turbinen zuständig ist. Sollte die Lieferung gegen die britischen Sanktionen verstoßen, könnte das des Ende der Wartung weiterer Turbinen bedeuten.

Und auch Kanada muss offiziell erklären, dass die Lieferung der Turbine nach Russland nicht gegen seine Sanktionen verstößt. Kanada hat die Turbine zwar nach Deutschland geliefert, aber gemäß den kanadischen Sanktionen ist die Weitergabe der Turbine an Gazprom ein Verstoß gegen die kanadischen Sanktionen und könnte ebenfalls das Verbot der Wartung weiterer Turbinen in Kanada und andere Strafen wegen Umgehung der Sanktionen nach sich ziehen.
Gazprom will sich mit den Worten westlicher Politiker, das Ganze gehe schon in Ordnung, nicht abspeisen lassen, denn Gazprom möchte langfristig planen können und nicht bei jeder Wartung einer Turbine unsicher sein müssen, ob das dieses Mal gut geht, oder nicht. Gazprom beruft sich dabei nicht zuletzt auf seine Verpflichtungen seinen – in diesem Fall europäischen – Kunden gegenüber, um die Lieferverträge langfristig einhalten zu können, und nicht nur von der Wartung einer Turbine bis zur Wartung der nächsten Turbine.

Hinzu kommt, dass in der EU bereits Eigentum von Gazprom eingefroren und unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt wurde. Das gilt zum Beispiel für die deutsche Gazprom-Tochter oder das polnische Pipelinesystem. Gazprom möchte die Sicherheit haben, dass hier nicht weitere Vorwände geschaffen werden, um noch mehr Eigentum von Gazprom einfach zu stehlen.

Die einfache Lösung des Problems

Im übrigen, daran sei erinnert, könnte die EU Nord Stream 2 freigeben, denn dann wäre das Problem der Turbinen gelöst. Die Turbinen von Nord Stream 2 sind aus russischer Produktion und würden in Russland gewartet. Derzeit kann Gazprom sich – wegen der Sanktionen – auf höhere Gewalt berufen, weil der Rückgang der Gaslieferungen nicht die Schuld von Gazprom ist. Würde es solche Probleme bei Nord Stream 2 geben, müsste Gazprom Vertragsstrafen zahlen, wenn zu wenig Gas fließt.

Es wäre also im deutschen Interesse, Nord Stream 2 freizugeben. Man könnte im Gegenzug sogar Nord Stream 1 abschalten und die Turbine in einem deutschen Museum für Schildbürgerstreiche ausstellen, denn Nord Stream 2 könnte Nord Stream 1 ersetzen und zumindest die bisher direkt von Russland nach Deutschland gelieferten Gasmengen könnten wieder fließen.

Anstatt den Deutschen diese Zusammenhänge zu erklären, veröffentlichen die deutschen „Qualitätsmedien“ Fotos von einem dümmlich grinsenden Bundeskanzler, wie er die Turbine betatscht. Das nenne ich „informativen Qualitätsjournalismus“