Uwe Brauner: „Ordre du Mufti“ oder Zensur von Leserbriefen
Es folgt der Mailwechsel zwischen Herrn Brauner und einem Tagblattredakteur
Von: Uwe Brauner ... Gesendet: Freitag, 13. März 2026 14:27 An: Schweizer, Hans-Jörg
...Betreff: Wahlkampf-Leserbrief von mir nur nach dem Wahlkampf? Priorität: Hoch
Sehr geehrter Herr Schweizer,
sehr geehrte Damen und Herrn,
ich bedanke mich für den nachträglichen Abdruck meines Leserbriefes in der heutigen Ausgabe.
Zugleich möchte ich meine Besorgnis darüber ausdrücken, dass ein klar erkennbar für den Wahlkampf geschriebener Leserbrief, der auch sehr rechtzeitig eingesandt wurde, seinen projektierten Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung und damit das Wahlverhalten der Wähler nicht mehr ausüben kann.
Das Schicksal unserer Demokratie entscheidet sich nicht allein daran, ob die Corona-Zeit ehrlich aufgearbeitet wird, sondern auch am Umgang mit kleinen Einflüssen.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Brauner
Gesendet: Dienstag, 17. März 2026 um 18:07 Von: "Schweizer, Hans-Jörg"
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An: "'Uwe Brauner'" ... Betreff: AW: Wahlkampf-Leserbrief von mir nur nach dem Wahlkampf?
Sehr geehrter Herr Brauner,
stimmt, der kam zu spät ins Blatt, um Einfluss auf die Wahl zu haben. Offenbar ist Ihr Leserbrief länger liegengeblieben als üblich. Das mag damit zu tun haben, dass ich bei der Leserbriefredaktion die „Ordre du Mufti“ ausgegeben habe, alle Leserbriefe von Uwe Brauner und einer Handvoll weiterer berühmter Leserbriefschreiber vor Abdruck immer der Redaktionsleitung vorzulegen. Diese Sonderschleife benötigt Zeit.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jörg Schweizer Redaktionsleiter
From: u.brauner ... Sent: Friday, March 20, 2026 6:42:00 PM
To: Schweizer, Hans-Jörg ... Subject: "Ordre de Mufti" beim Tagblatt - Ihr Ernst?
Sehr geehrter Herr Schweizer,
sollten Sie Ihre Antwort nicht ironisch meinen, so würde mich interessieren, warum nicht auch andere Redakteure des Tagblatts die ihnen gegebenen Kriterien anwenden können sollen. Faktisch ergibt sich aus Ihrer Order ja eine Benachteiligung unserer Spezies gegenüber dem Rest der Leserbriefschreiber, denen Sie das Privileg einräumen, sich auf Artikel beziehen zu dürfen, die relativ kurz vor einer Wahl erscheinen.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Brauner
Gesendet: Freitag, 20. März 2026 um 19:15 Von: "Schweizer, Hans-Jörg"
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An: "u.brauner ... Betreff: Re: "Ordre de Mufti" beim Tagblatt - Ihr Ernst?
Sehr geehrter Herr Brauner,
meine Anweisung hat nichts mit dem Zeitpunkt einer Wahl zu tun, sondern damit, dass Ihre und die Leserbriefe sehr weniger anderer Schreiber regelmäßig für Probleme sorgen. Deshalb werden diese Leserbriefe einer eingehenden Prüfung der Redaktionsleitung unterzogen. Und das dauert eben. An Ihrer Stelle würde ich mir mal Gedanken machen, warum Sie Teil dieser erlauchten Gruppe sind.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jörg Schweizer Redaktionsleiter
Betreff: Aw: Re: "Ordre de Mufti" beim Tagblatt - Ihr Ernst? Von: u.brauner... Datum: 21.03.2026, 11:07 An: hschweiz
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Sehr geehrter Herr Schweizer,
sie hören sich jetzt an wie ein Verfssungsschützer. Bitte werden Sie klarer, um mir auf die Sprünge zu helfen. Denn von "verfassungsschutzrelevanter Delegitimierung des Staates" möchte ich mich natürlich distanzieren und glaube diese Distanz immer gewahrt zu haben. Geben Sie mir eine reelle Chance, mich aus der Mitgliedschaft der "erlauchten" Gruppe zu lösen. Worin besteht die eingehende Prüfung, die nur Sie vornehmen können?
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Brauner
Vorläufiges Ende des Mailwechsels, eine Antwort von Herrn Schweizer kam nicht mehr.
An dieser Stelle sei an einen anderen Fall erinnert: ein Leserbrief, über den sich ein anderer Redakteur
in einem Kommentar lustig machte. Leserbrief,
Kommentar und Antwort hier