Bernhard Meyer (20.08.2026): Kommentar zu einem Artikel in der Linken Zeitung mit einem Aufruf die AfD zu wählen
Ich habe auf einen Artikel hingewiesen mit dem Titel:
„Erste Wahl: AfD hat akzeptable Programme und Erfolgsaussichten zu den Landtagswahlen“
Und ich schrieb, dass ich heute der Sicht des Autors zustimme, der empfiehlt in den kommenden Landtagswahlen die AfD zu wählen und der den Faschismus-Vorwurf an die Partei zurückwies: Lest doch mal das Parteiprogramm und findet den Faschismus!
Dafür kam eine Reaktion, dass Parteiprogramme nichts aussagen, sondern dass man sie an ihren Taten erkennen soll. Folgendes habe ich geantwortet:
(...)
Das ist ein wichtiger, guter Satz: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ Also beginnen wir damit und fangen gleich mit der AfD an:
Die war noch nie und nirgends an einer Regierung beteiligt. Ich weiß daher von keinen Taten. Alles Schlimme, was über die AfD und deren Mitglieder in meinem Kopf herumgeistert, stammt von Aussagen anderer Leute. Was davon zu halten ist, habe ich am eigenen Leib erfahren, als ich in den Coronajahren z.B. bei den Montangsspaziergängen mir anhören musste: „NAZI, NAZI!" So brüllten sie mich und meine Mitstreiter an. Ich weiß allerdings, dass es auf mich nicht zutrifft. Dein Satz von oben lehrt also:
Ihr sollt sie an den Taten und nicht am Geschwätz der Leute erkennen. Also lasst sie doch mal an einer Regierung teilnehmen, damit man ihre Taten erkennen kann.
Nun zu den anderen Parteien. Die waren alle mal irgendwo an einer Regierung beteiligt, also liegen uns von denen eine Schatztruhe voller Taten vor. Ein paar Beispiele müssen hier genügen:
◆ Z.B der Beginn der aktuellen Regierungsperiode: Nach der Wahl tritt das alte Parlament zusammen und beschließt etwas, wofür das neue keine Mehrheit hätte. Der Beschluss ist das genaue Gegenteil von dem was vor der Wahl lauthals versprochen wurde. (Ist das „demokratisch“?)
◆ Keine der Altparteien erhebt Widerspruch und wehrt sich gegen die Sanktionen gegen Hüssein Dogru, Jaques Baud, Thomas Röper und einigen anderen, die durch die Sanktionen praktisch vogelfrei und außerhalb unseres Rechtssystems gestellt wurden. (Erst jetzt regt sich etwas in der dju
siehe hier)
Und man erinnere sich: Peter Ertle vom Tagblatt haut einfach so einen Satz raus: „Die AfD will unsere Demokratie zerstören“. Ohne irgend einen Beleg. Aber was macht die EU und die sie mittragende Bundesregierung gegen die Zerstörung der Demokratie und unseres Rechtssystems?
◆ Erinnert sei hier auch an die Taten der letzten Innenministerin Faeser in Sachen Zensur und Beweislastumkehr. Auch die Brandmauer ist gegen das Gebot der Gleichbehandlung.
Das reicht mal. Der Satz aus der Bibel hat meine heutige Position nicht widerlegt, sondern bestätigt. Den Schreckgespenstern Höcke und Ulrich Siegmund habe ich jeweils 2 Stunden lang zugehört (um endlich die Stellen zu finden, die mein negatives Voruteil bestätigen) — aber da war nichts. Das heißt nicht, dass ich alles genauso sehe wie die, aber so geht es mir mit fast allen Menschen.
Deine Mail und meine Antwort kratzen aber nur an der Oberfläche. Die Sache ist komplizierter. Die AfD ist zweifellos eine Partei die in einigen Fragen rechts von mir steht. Unter normalen Umständen würde ich sie nicht wählen, obwohl sie (nach meiner Auffassung) ansonsten vollkommen unter dem Dach des Grundgesetzes steht.
Aber es gibt für unser Land existenziell wichtige
Themen, an denen es Berührungspunkte gibt und an denen man bei allen anderen Parteien (den „Systemparteien“) gegen eine Mauer prallt:
◆ die Sicht auf den Krieg in der Ukraine (es gilt NICHT für Israel und Palästina!)
◆ die Sicht auf die Energiewende und den Klimawandel (CO2!)
◆ die Sicht auf die Corona-Ereignisse
◆ die Sicht auf die woke Kulturrevolution
◆ die Sicht auf unsere Medien
◆ die Sicht auf „Die Wissenschaft“
◆ die Sicht auf die Beschränkungen der Meinungsfreiheit
Ich denke, das sind die Punkte bei denen wir die Not wendende Änderungen brauchen und an denen wir trotz anderweitig anderen Ansichten an einem Strang ziehen und den starren Block der Altparteien aufbrechen könnten, wenn wir unsere bisherigen Berührungsängste ablegen würden. Das BSW zeigte Ansätze dazu, aber wackelt immer
wieder. Der „Kampf gegen rächts“ ist denen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass eine Annäherung bei gemeinsamen Zielen Magenkrämpfe entstehen. Leider.